14.04.2022

Unterbrechung der Kontaminationspfade ist entscheidend

Warum ein Umdenken beim Einsatz endständiger Sterilfilter im Krankenhaus dringend notwendig ist.

Die Gefahr nosokomialer Infektionen durch resistente Organismen nimmt weiter zu. Ein häufiges Reservoir für diese Keime sind die Wasserinstallationen im Krankenhaus. Darauf weist eine umfangreiche Literaturstudie (Gorden et al., CID 2017:64) hin, bei der mehr als 3.000 Veröffentlichungen – davon 32 Artikel eingehend – ausgewertet wurden. Viele Ausbrüche und Infektionen gehen auf Carbapenem-resistente Organismen (CRO) zurück, die sich über Wasserhähne, Duschköpfe und Siphons verbreiten.

Wie genanalytische Verfahren zeigen, tragen Patienten und Personal, die mit wasserführenden Installationen in Kontakt kommen, maßgeblich zur Verbreitung der CRO bei. Haben sich resistente Keime an Wasserhähnen und Duschköpfen festgesetzt, bilden sie einen Biofilm und besiedeln von dort aus Siphons und Abflüsse. Neben Pseudomonas aeruginosa (41 % der Fälle) lassen sich Klebsiellen, Acetinobacter und Enterobacteriaceae in erheblichem Maß mit den Resistenzen in den Siphons feststellen. Bei der Verbreitung der Resistenzen spielt die Genübertragung (Plasmid-Transfer) der Mikroorganismen eine entscheidende Rolle.

Unterbrechung der Kontaminationspfade durch nachhaltige Barrieren

Mögliche Maßnahmen, um die Ausbrüche zu stoppen, sind die tägliche chemische Desinfektion der Siphons sowie das Aufheizen oder Austauschen der Armaturen. Um die gefährliche Verbreitung von CRO jedoch auch mittel- und langfristig zu unterbinden, sind nachhaltige Barrieren notwendig.

Dazu zählt vor allem der Einsatz von endständigen Sterilfiltern, die einen effektiven retrograden Schutz über die gesamte Anwendungsdauer nachweisen können. Ihr besonderer Nutzen beruht darauf, dass sie in beiden Richtungen wirksam sind: Sie halten einerseits Keime aus der Wasserinstallation zurück, wirken aber andererseits auch den Kontaminationen entgegen, die von außen auf den Waschplatz treffen. Nur so ist ein echter Schutz der wasserführenden Installationen vor den CRO gegeben.

Wasserfilter, die bei langer Standzeit und minimalen Kosten nur in einer Richtung Keime zurückhalten, reichen hingegen nicht aus, um den geforderten Schutz im Krankenhaus zu erzielen.

Bakteriostatische Filtergehäuse verhindern Kontamination

Auch die KRINKO am Robert Koch-Institut spricht sich in ihrer Empfehlung „Anforderungen an die Infektionsprävention bei der medizinischen Versorgung bei immunsupprimierten Patienten" für den Einsatz endständiger Sterilfilter aus. Dabei sei sicherzustellen, „dass es nicht durch eine Kontamination der Filter von außen zu einer Übertragung von Erregern kommt, deren nosokomiale Transmission durch den Filter verhindert werden soll (Kat. II)."

Entscheidend ist die antibakterielle Eigenschaft der Kunststoffoberflächen des Sterilfilters. Diese Eigenschaft lässt sich nach der Norm ISO 22196 durch Messung der Keimreduktion auf der Filteroberfläche bestimmen und sollte über die gesamte klinische Einsatzdauer eindeutig nachgewiesen sein. Bedauerlich ist vor diesem Hintergrund, dass einige Filterhersteller dennoch mit frei wählbaren Standzeiten von 1 bis 4 Monaten werben und so zur Verunsicherung der Kunden beitragen.

Infektionsprävention auf der Intensivstation durch den Einsatz von Sterilfiltern

Fazit: Angesichts der immensen Herausforderungen durch die Verbreitung resistenter Keime ist ein Umdenken beim Einsatz endständiger Sterilfilter notwendig: als nachhaltige Barriere dienen diese nicht nur dem Rückhalt von Keimen aus der Wasserleitung, sondern müssen die Verbreitung von Bakterien, die von Patienten oder Personal an die Entnahmestelle angetragenen werden, verhindern. Nur so kann ein effektiver Schutz von Patientinnen und Patienten gewährleistet werden.

Veröffentlicht in der Management & Krankenhaus

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